Palliative Studien
Palliative Therapien
Liegt ein fortgeschrittener Brustkrebs mit Absiedlung in Organe wie Lunge oder Leber oder in den Knochen vor, spricht man von einer palliativen Situation. Ziel ist es in dieser Situation nicht nur eine wirksame Therapie anzubieten, sondern auch die Lebensqualität der Patientin durch die Therapie so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
TABEA Studie
Diese Therapie wird dann eingesetzt, wenn der behandelnde Arzt den Einsatz einer Chemotherapie bei Fortschreiten der Erkrankung für notwendig hält. Im Rahmen dieser Studie wird eine Kombination von einem Chemotherapeutikum (Paclitaxel oder Docetaxel, dies bestimmt der betreuende Arzt) mit einem, die Gefäßneubildung hemmenden Medikament Bevacizumab (Avastin) gegeben. Capecitabin (Xeloda) ist auch ein hochwirksames Medikament, das alleine oder in Kombination mit einem Taxan erfolgreich bei der Brustkrebstherapie eingesetzt wird.
Ziel ist es, die Behandlungsergebnisse der Kombination von Taxan und Bevacizumab durch die gleichzeitige, zusätzliche Behandlung mit Capecitabin zu verbessern.
LEA-Studie
Diese Therapie kann bei Patientinnen mit nachweisbaren Hormonrezeptoren auf dem Tumor eingesetzt werden. Es wird eine Therapie mit einem antihormonellen Medikament (entweder Letrozol [ein sog. Aromatasehemmer] oder Fulvestrant [ein Östrogenrezeptorblocker]) eingeleitet. Zusätzlich ist bekannt, dass ein möglicher Wirkmechanismus für Tumorwachstum die Stimulation der Bildung neuer Blutgefäße im Tumorherd ist. Medikamente, die dieses verhindern, werden als Angiogenese-Hemmer bezeichnet. Bevacizumab (Avastin) ist ein solcher Antikörper, der die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor verhindert. Es soll in dieser Studie nachgewiesen werden, dass die Kombination von Bevacizumab in Kombination mit einer antihormonellen Therapie eine bessere Wirksamkeit erzielt, als die antihormonelle Therapie alleine.
COMPLETE-Studie
Mit dem Tyrosinkinasehemmer Lapatinib steht ein wichtiges neues Medikament in Tablettenform als zielgerichtete Therapie für Patientinnen zur Verfügung, die vermehrt Bindungsstellen für Wachstumfaktoren auf der Tumorzelle aufweisen (also Her2neu positiv sind). In dieser Studie wird der Einsatz von Lapatinib in Kombination mit einer Chemotherapie und einem Taxan mit der Kombinationstherapie aus Trastuzumab (Antikörper) und einem Taxan verglichen. Teilnehmen an der Studie können solche Patientinnen, bei denen erstmals ein Fortschreiten der Brustkrebserkrankung beobachtet wurde und bei denen Krebsabsiedlungen nachweisbar sind.
RADAR-Studie
Diese Studie kommt für Patientinnen in Frage, bei denen sich Krebsabsiedlungen (Metastasen) in den Knochen nachweisen lassen. Eingesetzt wird hier ein in Tablettenform verfügbares Präparat- das sog. RAD001, das im Zellzyklus selektiv eingreift und eine wichtige Rolle in der Zellteilung von Tumorzellen spielt. Zusätzlich erhalten Patienten mit hormonrezeptor-positivem Status eine parallele Behandlung mit einem Präparat zur antihormonellen Therapie sowie eine monatliche Infusionstherapie mit einem sog. Bisphosphonat, z.B. mit Zometa 4mg.

